Weniger Firmenpleiten, höhere Schäden

Die Firmeninsolvenzen sind 2017 auf einen Tiefstand seit Einführung der neuen Insolvenzordnung 1999 gesunken: 20.276 Unternehmen mussten Insolvenz anmelden. Im Vergleich zum bisherigen Insolvenzhöchstjahr 2003, in dem noch 39.320 Firmenpleiten registriert wurden, haben sich die Insolvenzfälle 2017 also nahezu halbiert.

Dennoch summierten sich die durch Firmeninsolvenzen verursachten Schäden 2017 auf 30,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr (2016: 21.789 Firmeninsolvenzen) sind die Insolvenzschäden damit um 12,9 Prozent angestiegen (2016: 27,0 Milliarden Euro). In den letzten 10 Jahren gab es nur im Jahr 2012 einen höheren Wert, nämlich 41 Milliarden Euro.

Prominente Fälle schlagen zu Buche

Verantwortlich für den hohen Wert an Insolvenzschäden im Jahr 2017 sind nach Angaben von CRIFBÜRGEL mehrere Firmeninsolvenzen von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen – allen voran Air Berlin. Weitere prominente Beispiele zahlungsunfähiger Unternehmen aus dem letzten Jahr sind TEMPTON Personaldienstleistungen, ALNO, Rickmers Holding, SolarWorld, Butlers und der Schneider Versand. Im Durchschnitt entstanden 2017 Forderungsausfälle von knapp 1,5 Millionen Euro pro Insolvenz.

Vor allem kleine Unternehmen gefährdet

Der Trend der letzten Jahre, dass vor allem kleine Unternehmen eine Insolvenz anmelden müssen, hat sich auch 2017 bestätigt. 81 Prozent der insolventen Unternehmen hatten nicht mehr als 5 Mitarbeiter. Bei Firmen, die 51 oder mehr Angestellte haben, liegt der Anteil am Insolvenzgeschehen nur noch bei 3,1 Prozent. 14,9 Prozent der insolventen Firmen scheitern bereits in den ersten zwei Jahren nach ihrer Gründung. Die Studie zeigt zudem, dass über 50 Prozent der insolventen Unternehmen nicht länger als 10 Jahre am Markt aktiv sind.

(CRIFBÜRGEL / STB Web)

Artikel vom: 20.02.2018